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Karde (Dipsacus fullonum)

Wikipedia:

kreuter-buch.de

Die Pflanze wird häufig auf lehmigen Brachflächen, aufgegebenen landwirtschaftlichen Flächen sowie auf Ufern und Wegen gefunden. Da sie lehmige Standorte bevorzugt, gilt sie auch als Zeigerpflanze für Lehmböden. Sie ist vorwiegend im Flachland sowie im hügeligen Land bis 800 Meter anzutreffen.

Systematik von Dipsacus fullonum

Die Wilde Karde gehört zur Familie der gleichnamigen Kardengewächse (Dipsacaceae) sowie zur Gattung der Karden. Die Gattung (Dipsacus) umfasst ungefähr 20 Arten, wobei neben der hier beschriebenen Wilden Karde (Dipsacus fullonum) auch die Weber-Karde (Dipsacus sativus) sowie die Behaarte Karde (Dipsacus pilosus) bekannt sind. Die Weber-Karde wird ab und an noch zur Herstellung von Naturstoffen (z.B. Filz) eingesetzt, wohingegen die Behaarte Karde gelegentlich als Zierpflanze in Gärten zu bestaunen ist.

Blütenstand

Die Wilde Karde (Dipsacus fullonum L., Syn.: Dipsacus sylvestris Huds.)[1] ist eine Pflanzenart, die zur Unterfamilie der Kardengewächse (Dipsacoideae) gehört. Der Name Dipsacus kommt aus dem griechischen dipsa für Durst: Nach Regen sammelt sich in den Trichtern der Stängelblätter das Wasser, das Vögel oder Wanderer trinken können.

Zollinger: (Dipsacus fullonum)

Wilde Karde (ein-bis zweijährige Wildpflanze)
Bis zu 200 cm hohe distelartige Pflanze mit sehr schönen lila Blüten, die gerne von Hummeln besucht werden. Abgeblühte Stängel bieten im Winter vielen Nützlingen Unterschlupf.

Aussaat im Juli in Kistchen oder direkt ausstreuen und verwildern lassen. Bevorzugt einen sonnigen bis halbsonnigen Standort. Einmal im Garten, säen sie sich gerne selbst aus. Achtung, stachelig!

Quelle: pflanzen-vielfalt.net/wildpflanzen-a-z/übersicht-i-p/karde-wilde/

Die Wilde Karde ist eine zweijährige Halbrosettenpflanze. Man nennt sie Zisternenpflanze, weil die gegenständigen, unten verwachsenen Blätter ein Wassersammelbecken (Phytotelm) bilden. Deren Funktion wird als Aufkriechschutz gegen Ameisen interpretiert. Möglicherweise stellt Insektenfang und Ansiedlung von Kleinlebewesen eine zusätzliche Stickstoffversorgung dar.

 

Verwendung in der Heilkunde

Im Altertum:

Die Kardendistel war bereits im Altertum sowie im Mittelalter ein bekanntes und häufig verwendetes Heilkraut gegen eine Vielzahl von Erkrankungen. Verwendung fanden hierbei sowie Kardenblätter als auch die Kardenwurzel. Im Kräuterbuch von P. A. Matthioli wurden Kardenblätter zusammen mit Essig auf den Bauch gelegt, um Durchfälle zu behandeln. Außerdem wurde es bei Gelbsucht ( Es heylet und vertreibet auch alle gelbe / braune Flecken unter den Augen) und bei Mundfäule verwendet.

Heute werden folgende Beschwerden naturheilkundlich mit Wilder Karde behandelt oder deren Symptome gelindert:

  • kleinere Wunden
  • Warzen
  • Gerstenkörner
  • Fisteln
  • Hautflechten
  • kleinere Hautgeschwüre
  • Dermatosen
  • Gelbsucht
  • kleinere Leberbeschwerden
  • Magenschwäche
  • Gallenbeschwerden
  • allgemeine Verdauungsstörungen
  • Reizmagen
  • Rheuma
  • Gelenkschmerzen
  • Borreliose

Viele der Krankheiten und Beschwerden, für die die Karde in der Volksmedizin von Bedeutung waren, sind wissenschaftlich nicht ausreichend untersucht worden. Nachvollziehbar ist es jedoch, dass die Wilde Karde aufgrund ihrer Inhaltsstoffe – allen voran Saponine, Glykoside und Kaffeesäure – entzündungshemmende, harntreibende, schweißtreibende und antioxidative Eigenschaften aufweist.

Eine besondere Bedeutung erfährt die Wilde Karde in der naturheilkundlichen Behandlung von Borreliose. Zur Anwendung kommen hier meist Tinkturen aus der Kardenwurzel. In der Regel werden 3 mal täglich zwischen 20 und 30 Tropfen über einen Zeitraum von bis zu vier Wochen eingenommen. Der Zeitraum der Behandlung beträgt etwa ein Jahr, wobei dazwischen immer wieder Pausen einzuhalten sind. Einige Studien konnten unter bestimmten Umständen tatsächlich eine Wachstumshemmung der Bakterienart Borrelia burgdorferi unter Laborbedingungen beobachten [1].

Nebenwirkungen: Bei sachgemäßer Anwendung sind derzeit keine Nebenwirkungen bekannt. Unter Umständen kann ein leichter Juckreiz bei längerer Einnahme beobachtet werden, der in der Regel jedoch kein ernsthaftes Problem darstellt.

Kardenblätter und Kardenwurzel kaufen – Was ist zu beachten?

Kardenwurzel gibt es als geschnittenes Produkt sowie als fertige Tinkturen oder Essenzen. Kardenblätter sind hingegen etwas seltener und meist nur in speziellen Onlineshops oder auf Nachfrage in der Apotheke zu erhalten.

Beim Kauf von Tinkturen und Essenzen ist im Grunde das Mindesthaltbarkeitsdatum zu beachten. In der Regel können die Produkte zwei Jahre nach Abfüllung gelagert werden. Wer Tinkturen aus Kardenwurzeln verwendet, sollte die Flüssigkeiten vor direktem Sonnenlicht und zu hohen Zimmertemperaturen schützen (dunkel und kühl lagern!).

Frische Pflanzen gibt es nur selten zu kaufen. In einigen ausgewählten Pflanzenfachcentern oder im Versandhandel können allerdings Kardensamen gekauft werden. Hier sollte immer auf den botanischen Namen geachtet werden, da es mehr als 20 verschiedenen Kardenarten gibt.

Karde – Anbau, Aussaat und Pflege

Die Karde ist verhältnismäßig einfach anzubauen, wenngleich unbedingt die Standortvorlieben der Pflanze beachtet werden sollten.

Standort: Die Karde bevorzugt sonnige Standorte, toleriert jedoch auch halbschattige Standorte. Der Boden sollte einen hohen Lehmanteil aufweisen und stets mäßig feucht gehalten werden. Auf Böden mit höheren Sandanteilen wird der Erfolg in der Regel ausbleiben. Das Kraut ist kalkliebend, so dass bei kalkarmen Standorten zusätzliche Gaben von Gartenkalk eingebracht werden sollten.

Aussaat: Die Aussaat der Wilden Karde erfolgt im Frühjahr von Ende März bis Mitte April. Optional kann auch im Frühherbst ausgesät werden. Die Samen sollten direkt im Freiland ausgesät werden, da eine Kultur auf dem Balkon schwierig und kaum zu empfehlen ist. Im Beet sollte zwischen den einzelnen Pflanzen ein Abstand von 35 bis 40 cm eingehalten werden. Die Keimdauer kann unter Umständen bis zu 30 Tagen betragen.

Gießen: An die Wasserversorgung haben Karden recht hohe Ansprüche. Die Böden sollten nach Möglichkeit niemals vollständig austrocknen. An sehr heißen Tagen sollte unter Umständen zweimal gegossen werden. Der Boden in 10 bis 20 Zentimetern Tiefe sollte nach Möglichkeit immer leicht bis mäßig feucht sein.

Düngen: Im ersten Jahr, wenn sie ihre Rosettenblätter ausbildet, bedarf es keiner zusätzlichen Düngung. Im Folgejahr genügt es meist, etwas organischen Langzeitdünger oder hochwertigen Kompost in die Erde einzuarbeiten.

Pflege: Bei guten Standortbedingungen benötigt die Karde nur wenig zusätzliche Pflege. Wichtigster Punkt ist eine kontinuierliche Wasserversorgung. Im zweiten Jahr, nachdem die Karde geblüht hat, stirbt sie ab.

Krankheiten und Schädlinge: Die Karde ist eine sehr robuste Pflanze, die selten von Schädlingen befallen wird. Typische Krankheiten sind derzeit nicht bekannt.

Überwinterung: Die Wilde Karde ist sehr frosttolerant und verträgt Temperaturen von bis zu -35 °C. Überwinterungsmaßnahmen müssen somit nicht getroffen werden.